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Schwere Zeiten (2010)


Januar 2010 - Wir warten freudig

2010 ist unser Jubiläumsjahr (1810 hat mein Urahn die Weinbrennerei in das Handelsregister eintragen lassen), und es soll ein gutes Jahr werden.

In freudiger Erwartung der Genehmigung des vorher abgesprochenen Bauantrages haben wir schon mal alles für den Umbau vorbereitet. Wir haben keine Nachfragen vom Amt zu unserem Antrag erhalten. Nachforderungen müssen innerhaldb der ersten Woche nach einreichung des Antrages gestellt werden. Dann ist ja alles perfekt.

Inzwischen stellt sich heraus, dass unsere Stromversorgung ungeeignet ist und wir einen Traforaum für den Stromversorger bauen müssen. Internet ist grausam (1x2MBit), also müssen wir auch hier eine Lösung finden. Die Wärmeversorgung soll ökologisch vertretbar sein, und so hoffen wir auf die Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage.

     - Matthias Melcher

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Februar 2010 - Wir warten gespannt

Zwei Monate sind rum. Eigentlich müssten wir jetzt gute Nachrichten bekommen. Auf Nachfrage unsererseits machen wir einen Termin im Amt um die Baugenehmigung zu besprechen. Inzwischen bereiten wir den Umbau vor. Warten kostet Geld, und das ist immer knapp.

Meine Tochter kann inzwischen lesen und schreiben. Zu Projektbeginn konnte sie noch nicht einmal sprechen.

     - Matthias Melcher

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März 2010 - Wir warten geduldig

Drei Monate sind rum. Unsere Sicherheitsreserve ist dahin. Wieder einmal vertrösten wir potentielle Mieter, weil wir nicht wissen, wann Baubeginn ist. Bei einem Termin bei der Bauaufsicht stellt sich auf unsere Anfrage heraus, dass es Bedenken wegen der Rettungswege gibt. Ausserdem muss der Brandschutz zum Nachbarn geklärt werden. Es gibt noch ein Wegerecht zu klären und wir brauch 20 Parkplätze mehr.

Wir bessern nach und wissen, dass es jetzt ja zügig weiter gehen kann.

     - Matthias Melcher

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April 2010 - Wir warten weiter

Vier Monate sind rum. Ich bekomme per Post eine Denkmalschutzplakette zugeschickt und eine Urkunde. Herzlichen Glückwunsch.

Unser Tank wird restauriert. Dazu muss er vom Gebäude gehoben werden, entrostet, geschweisst, lackiert, beschriftet und wieder aufgesetzt werden. Ein weiteres Zugeständnis zum Denkmalschutz. Unser Markenlizenznehmer Schwarze und Schlichte sagt uns eine äusserst grosszügige Spende zur Restauration des Tankes zu, die grosse Teile der Kosten decken wird. Herzlichen Dank!

     - Matthias Melcher

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Mai 2010 - Wir warten noch

Fünf Monate sind rum. Wieder einmal vertrösten wir interessierte Mieter. Am 26. Mai begiessen wir ein halbes Jahr Bauantrag mit "Melcher's Dunkel". Auf regelmässige Nachfrage wird uns immer wieder versichert, dass wir jetzt sehr bald mit der Genehmigung rechnen können.

Alle Vorbereitungsarbeiten sind abgeschlossen. Ich habe Probleme, meine Mitarbeiter sinnvoll zu beschäftigen. Der Finanzierungsplan bekommt leichte Dellen.

     - Matthias Melcher

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Juni 2010 - Wir warten trotzdem

Bei der öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung stellt sich heraus, dass unser Nachbarprojekt "Rheinblick" in absehbarer Zukunft nicht mit Hochwasserschutz rechnen kann. Ein möglicher Investor muss diesen selbst herstellen. Für uns bedeutet das, dass sich die Umgebung der Brennerei vorläufig nicht weiter entwickeln wird. Wir reduzieren den Umfang unserer geplanten Arbeiten auf das wesentliche und sagen unseren Lieferanten und Baufirmen bis auf weiteres ab.

Am 26. Juni warten wir seit sieben Monaten auf eine Baugenehmigung zu einem Antrag, der Monate vor Abgabe bis in die kleinsten Details mit der Baubehörde abgesprochen war.

Auf Anfrage wird mir mitgeteilt, dass unsere Änderungen im Brandschutzgutachten unvollständig seien, und es deshalb zu Verzögerungen kommt. Die beauftrage Firma versichert mir jedoch, dass es lediglich um eine minimale Änderung im Begleittext ging.

Weitere Änderungen oder Unterlagen seien nicht erforderlich.

     - Matthias Melcher

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Juli 2010 - Wir warten erst recht

Bei einem weiteren Besuch der Bauaufsicht wird nun doch noch so einiges mehr gefordert: wir hatten de Doppelrampe in die Tiefgarage auf Bitten der Stadtplanung schon im Februar von zweispurig in einspurig geändert. Man braucht einen neuen Lageplan. Ausserdem müssen wir noch beantragen, dass unsere Dämmung 12cm über den Bürgersteig ragen darf. Schliesslich fehlt der Pfeil, der im Plan die Einfahrt zu unserem Parkplatz markiert. Wir bessern nach.

     - Matthias Melcher

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