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Papierkrieg und Genehmigungen (2009) |
Januar 2009 - überparteilich und unpolitisch... bin ich sicherlich nicht. Aber ohne Gaststätte, ohne Wohnungen, ohne Events, und ohne Unterstützung geht meine Rechnung nicht auf. Ich lade Delegationen der grossen Parteien und natürlich die Stadtverwaltung nacheinander in die Brennerei ein, um das Projekt vorzustellen und um Unterstützung zu bitten. Bei der Fotosuche für meinen Projektkatalog fällt mir auf, wie weit Uerdingen in den letzten Jahren abgesackt ist. Die letzte Seite meiner Darstellung enthält abgebrannte Gebäude, zerfallene Hallen, Dreck, zerbrochene Scheiben, alles in direkter Umgebung. CDU, SPD und FDP sagen volle Unterstützung zu. Auch die Grünen wollen die Weinbrennerei unterstützen und legen gleich einen halben Parteitag in die Brennerei. Die Karnevalsparty war übrigens super - auch wenn der Umbau mit Genehmigungen etc. einige tausend Euro gekostet haben. Brauchtunspflege eben. - Matthias Melcher |
Februar 2009 - ZusammenhängeMein Grundstück grenzt an Wohngebiet, Mischgebiet, Industriegebiet, und sogar an Kerngebiet. Für die Brennerei selbst gibt es jedoch keinen FNP. Das macht alles relativ kompliziert. Eine Gastronomie ist allerdings sehr wohl möglich, wie sich schon beim zweiten Anwaltstermin herausstellt. Selbst Wohnungen sind unproblematisch so lange die Anwohner gegen den Lärm aus der benachbarten Spedition geschützt werden. Ausserdem hat genau diese Spedition vor nunmehr sechzehn Jahren eine Änderung des eigenen FNP's beantragt, um selbst Wohnungen bauen zu können. Also auch unproblematisch. Sollte ich jedoch auf meine Betriebsgenehmigung als Brennerei bestehen, dann kann der FNP meines Nachbarn nicht geändert werden. Sollte mein Nachbar auf seine Spedition bestehen, dann kann ich nur schwer Wohnungen bauen. Also fast ein Patt. Ich bin kein Freund von aufwändigen Verträgen und Zug-um-Zug Absprachen. Also verzichte ich auf meine Betriebsgenehmigung um den Weg für die Änderungen im FNP frei zu machen. Ich bin mir sicher, dass meine Genehmigungen im Gegenzug schnell durchgewunken werden. Ein Interessent möchte 1000qm Büro mieten. Aber ohne absehbare Genehmigung muss ich mal wieder ablehnen. Natürlich bedeutet nicht jede Anfrage auch eine erfolgreiche Vermietung, aber mit allen abgelehnten Anfragen zusammen hätte ich das Haus schon jetzt komplett vermietet... . Wir stellen eine Bauvoranfrage in der wir auch Gastronomie beantragen und dies begründen. Auch ansonsten halten wir uns an unser Konzept. Allerdinge fehlen noch die Wohnungen. Dabei müssen wir die aktuelle industrielle Nutzung in der Nachbarschaft beachten, aber auch die zu erwartende Änderung des FNP's, der dann Mischgebiet vorsieht. - Matthias Melcher |
März 2009 - EventmanagementWir haben dargelegt warum Gastronomie sehr wohl genehmigungsfähig ist und eine mündliche Zusage bekommen. Voller Eifer stürze ich mich in das nächste Unterfangen: Events. Nachtrag 2010: Events sind dauerhaft nicht möglich, da die Geräuschemmisionen des Parkplatzes zu hoch wären. Die meisten Einträge zum Thema Events sind daher gestrichen. - Matthias Melcher |
April 2009 - VermessenDer Architekt vermisst eigenhändig alle Gebäude der Weinbrennerei. Alle Ergebnisse kommen in das 3D-Architekten-CAD. Nun können wir alle unsere Ideen planen, berechen und sogar als kleine Videofilme simulieren. - Matthias Melcher |
Mai 2009 - UmweltgutachtenAuch wenn ich mir sicher bin, dass unsere Fabrik als Lebensmittel erzeugender Betrieb keine Umweltschäden verursacht hat, so ist so ein Umweltgutachten doch eine echte Zitterpartie. Hat vieleicht doch jemand regelmässig Maschinenöl in den Hof gekippt? Oder war unser Bombentreffer im 2. Weltkrieg schädlicher als gedacht? Sind Reinigungsmittel ausgelaufen? Nach einem Monat mit Bodenprobem und Bohrungen bin ich beruhigt: keine Umweltschäden! - Matthias Melcher |
Juni 2009 - FachmännerDie Pläne werden immer detailierter. Wir holen die ersten externen Fachleute hinzu, um Rettungswege und Brandschutz zu klären. Ein Schallschutzgutachten wird erstellt. - Matthias Melcher |
August 2009 - BiergartenInzwischen ist unser Biergarten genehmigt, gebaut und abgenommen. Wir feiern mal wieder ordentlich und schenken unser neues Bier aus: "Melcher's Hell" und "Melcher's Dunkel". Auch wenn der Biergarten den Umbau ein wenig behindern wird, da nun Gäste überall im Geländer herumlaufen werden, glaube ich doch, dass so mein Projekt nicht in Vergessenheit gerät. Meine Kinder wechsel zur Vorschule. Meine Tochter kennt nun alle Buchstaben und Zehlen und behauptet, nun alles zu wissen, was es gibt. Als Informatiker muss ich Ihr Recht geben - sie kennt halt nur noch nicht alle möglichen Kombinationen dieser Zahlen und Buchstaben. - Matthias Melcher |
August 2009 - ParkplätzeBei den vorgesehenen Nutzungen werden die Parkplätze knapp. Ich habe Glück und kann in unmittelbarer Nähe ein Grundstück erwerben. Noch fehlen 20 weiter Plätze für den vollen Ausbau, aber auch da habe ich schon einen Weg gefunden. - Matthias Melcher |
September 2009 - "Grosse Dujardin"Eine Gruppe von Künstlern aus dem Hause organisiert eine Ausstellung in unseren Räumen mit 36 Krefelder Künstlern. Es ist ein riesiger Erfolg mit rund 6000 Besuchern. Hurra! - Matthias Melcher |
Oktober 2009 - Vorstellung des ProjektesWieder einmal stellen wir das Gesammtprojekt bei der Stadt vor. Wir einigen uns sehr genau wie wir die Bauaufsicht mit einem gut abgestimmten Bauantrag möglichst gut unterstützen können. Inzwischen sind wieder einmal zwei potentielle Mieter abgesprungen, da wir keinen Baubeginn angeben können. Wir rechnen mit der Abgabe der Anträge im November, plus zwei Monate empfohlene Bearbeitungszeit nach Vorgabe des Amtes, plus einen Monat extra zur Sicherheit, also Februar. - Matthias Melcher |
November 2009 - BauanträgeWir reichen die Bauanträge ein. Es ist ein grosses Werk geworden, sicherlich nicht das übliche Projekt von der Stange. Da wir aber alles mit der Bauaufsicht vorbesprochen haben, sind wir guten Mutes, schon bald eine Baugenehmigung zu bekommen. Hurra. - Matthias Melcher |
Dezember 2009 - DenkmalschutzDa unser Bauantrag ebenfalls sehr eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt wurde, sind wir nun zuversichtlich, dass Denkmalschutz nicht nur Hindernis ist und signalisieren Einverständnis. In der Bezirksvertretung wird der Antrag der Verwaltung auf Denkmalschutz einstimmig angenommen. Damit bin ich meine Rechte bald los. Ein Ratsmitglied legt mir nahe, den Denkmalschutz mit allen Mitteln abzulehnen, da ich mir nur Nachteile einhandeln werde. Ich bin mir sicher, dass der Stadtverwaltung an dem Gesammtprojekt gelegen ist, und der Denkmalschutz nun einmal dazu gehört. Und wenn alle Abteilungen so schnell arbeiten, dann können wir sicher bald anfangen zu arbeiten. - Matthias Melcher |
(c) 2008-2010 Grundstücksgesellschaft Hohenbudberger Strasse bR
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